Sonnenfinsternis und Perseiden
Beitrag: 10. August 2026
 
 
Sonnenfinsternis
Diesen Mittwoch (12. August) findet eine Sonnenfinsternis statt. Während sie in Spanien, Island und Grönland total sein wird, wird sie in Deutschland nur partiell zu beobachten sein. Allerdings werden hier in Idstein immerhin 88 % der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt sein, so dass am Maximum der Verfinsterung nur eine schmale Sonnensichel zu sehen sein wird.

Auch wenn die Sonne durch die Verfinsterung und der relativ niedrigen Höhe über dem Horizont etwas dunkler erscheinen wird, ist zur Beobachtung unbedingt eine Sonnenfinsternis-Brille erforderlich, um die Augen vor den Sonnenstrahlen (darunter auch der unsichtbare UV-Strahlung) zu schützen.

Die Verdeckung beginnt in Idstein um 19:20. Dabei steht die Sonne im Westen (bei Azimut 277°) und einer Höhe von 13° über dem Horizont. Der Mond beginnt von "rechts unten" die Sonne zu verdecken.

Um 19:48 hat sich die linkere obere Mondkante bereits bis zur Sonnenmitte geschoben. Die Sonne steht dabei noch 9° über dem Horizont und ist zu Azimut 283° gewandert.

Um 20:13 ist die maximale Verfinsterung in Idstein erreicht. Dabei beträgt die Abdeckung 88,23 % der Sonnenscheibe. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt noch 5° über dem Horizont und ist zu Azimut 287° weiter gewandert.

Um 20:49 findet der Sonnenuntergang statt, wobei der Mond immer noch ein Teil der Sonne verdeckt. Die Blickrichtung ist nun ca. West-Nord-West - bei Azimut 294°. Wenn Berge die Horizontlinie verdecken, findet der "eigene" Sonnenuntergang freilich ein paar Minuten früher statt.

Perseiden
Gut eine Stunde nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel sich ausreichend verdunkelt hat, beginnt die Nacht der Perseiden. Dieser Sternschnuppenschwarm hat dieses Jahr im Maximum just in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Und das unter idealen Bedingungen - denn der Mond befindet sich bei der Sonne, wir haben also Neumond.

In der Zeit von 21:45 bis 23:00, während sich der Himmel abdunkelt, sind zwar noch wenige Sternschnuppen zu sehen. Aber da der Radiant der Perseiden sich zu dieser Zeit noch relativ tief im Nordosten befindet, ergeben sich lange Sternschnuppenspuren - vor allem wenn diese waagerecht entlang des Horizonts fliegen.

Mit zunehmender Dunkelheit und steigender Position des Radiants - dieser befindet sich unterhalb der Kassiopeia (dem Himmels-W) - steigt dann auch die Anzahl der sichtbaren Sternschnuppen. Im Maximum, der irgendwann im Laufe der Nacht eintreten wird, darf man - in der Praxis - mit ca. 30 beobachtbaren Sternschnuppen pro Stunde rechnen.

Die Perseiden sind übrigens auch an den Tagen vor und nach dem Maximum recht aktiv. Wer Interesse hat sie zu sehen, kann daher diese Woche von Montag- bis Freitagnacht mit ausreichend vielen Sternschnuppen rechnen. Zwei Tage vor und nach dem Maximum hat man ca. die halbe Anzahl an Sternschnuppen. Hinzu gesellen sich andere kleine Sternschnuppenströme, die derzeit aktiv sind.

Airglow
In den letzten Tagen hat der Himmel starken Airglow gezeigt. Airglow ist ein schwaches natürliches Leuchten des Nachthimmels, das in einer Höhe ab 80 km in unserer Atmosphäre entsteht, und ähnliche Farben wie Polarlicht zeigt. Die grüne Farbe war dabei am ganzen Himmel domindant. Auch dunkelrote Streifen waren in Fotos zu sehen.

Da Airglow ein sehr schwaches Leuchten ist, kann es normalerweise nicht mit bloßem Auge wahrgenommen werden. Es benötigt Langzeitbelichtungen. In Nächten mit starkem Airglow ist es in der Himmelsansicht der Wetterseite zu erahnen. Der Himmel wirkt dabei leicht bräunlich-grünlich oder bläulich-grünlich, und manchmal sind dunkle Streifen zu erkennen, die sich sehr langsam im Laufe der Nacht bewegen. Das Ganze immer währen der astronomischen Nacht, wenn die Sonne mindestens 18° unter dem Horizont steht - derzeit also von ca. 23:00 bis 04:00.

Wer Lust hat sich fotografisch daran zu versuchen: Airglow lässt sich am Besten in Horizontnähe fotografisch sichtbar machen. Dabei benötigt man die Horizontseite mit der geringsten Lichtverschmutzung - also weg von Idstein schauen und auch weg vom Rhein-Main-Gebiet und Wiesbaden. Und Bad Camberg als Blickrichtung meiden. Man braucht ein Fotoaparat mit möglichst weitwinkliger Optik. Die Lichtstärke des Objektivs ist dabei nicht so wichtig, da Airglow sich extrem langsam bewegt und dadurch sehr lange Belichtungen möglich sind. Wenn ein Objektiv z.B. nur Blende 4 hat, belichtet man (immer am Stativ) 30 Sekunden lang und setzt die ISO-Zahl irgendwo zwischen 1600 und 6400 - den passenden ISO-Wert muss man durch Testen herausfinden. Wenn die Kamera es unterstützt sind auch Belichtungen mit 120 Sekunden problemlos möglich - dann kann man einen entsprechend niedrigeren ISO-Wert verwenden, was zu einem saubererem Bild mit weniger Rausch führt.

Ob und wie gut man das grüne Leuchten erkennt, hängt freilich von der Stärke des Airglows in der jeweiligen Nacht ab, und von den Wetterbedingunen. Wenn viele Aerosole in der Luft hängen, es sehr feucht ist oder leichte Wolken am Himmel hängen, erhellen die künstlichen Lichtquellen den Himmel so stark, dass man das Airglow auch in den Fotos nicht erkennen kann.

 
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