Perseiden 2026: Der Radiant
Beitrag: 18. August 2026
Aufnahmen: Nacht vom 13. auf 14. August 2026
 
 
Die Perseiden fielen dieses Jahr deutlich zahlreicher als erwartet aus. Das war zum einen der diesjährigen "Sommerdürre" zu verdanken, die viele klare Nächte brachte, sowie der Neumondphase, die taggenau mit dem Perseidenmaximum fiel. Da in Idstein die Vorteile solch exzellenter Himmelsbedingungen durch die seit Jahren ungebremst und unkontrolliert zunehmenden Lichtverschmutzung zunichte gemacht wird, wählte ich Presberg im Rheingau als Beobachtungsort, wo die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Rheingau e.V. ihre Sternwarte hat. Der Unterschied zu Idstein war sowohl visuell als auch fotografisch schockierend.

Den Anfang in der Berichterstattung rund um die diesjährigen Perseiden beginne ich mit einer Collage der Nacht vom 13. auf den 14. August, die aus ununterbrochenen Aufnahmen einer einzigen Kamera während einer Dauer von 5 Stunden in Presberg entstanden ist:
 
 
Für die Collage gewählt wurden ausschließlich Perseiden: 109 an der Zahl. Außergewöhnlich an dieser Zahl ist, dass es sich nicht um die Maximumsnacht der diesjährigen Perseiden gehandelt hat, sondern um die darauffolgende Nacht, bei der gemäß den Statistiken der International Meteor Organization nur knapp über die halbe Anzahl der Maximumsnacht erreicht wurde.

Im Bild dargestellt wird ungefähr der halbe Himmel. Das Sichtfeld beträgt dabei ca. 100° horizontal und 150° vertikal. Unten im Bild ist die Sommermilchstraße zu sehen, die während den nachgeführten Aufnahmen von Süden nach Westen wanderte. Oben im Bild erkennt man den Radianten der Perseiden - dem Fluchtpunkt, aus dem scheinbar die Perseiden in der dieser Nacht ausstrahlten. Dieser wanderte vom Nordosten kontinuierlich Richtung Zenit, die Kamera zeichnete ihn quasi "über Kopf" auf.

Links und rechts neben der sehr detaillierten Milchstraße fällt ein grünlicher Himmelshintergrund auf: Airglow - ein schwaches Leuchten der oberen Atmosphäre. Zudem sind auf der linken unteren Bildseite schwache rote Bänder zu erkennen, die ebenfalls zum Airglow gehören. Zum Airglow, der über Wochen in verschiedenen Stärken auftrat, folgt ein eigener Beitrag.

 
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